Warum Open Source?

Jede Software wird im Source-Code geschrieben. Bei Open-Source-Software wird der Code durch eine spezielle Lizenz geschützt, die dafür sorgt, dass jeder Zugriff auf diesen Code hat. Das heißt, dass kein Unternehmer Besitzer dieses Codes sein kann. Freiheit bedeutet Wahlmöglichkeiten. Wahlmöglichkeiten bedeuten Macht.

Daher sind wir überzeugt, dass Open Source unausweichlich ist, da der Verbraucher die Kontrolle zurückerhält. Sie können sich den Code ansehen, ihn ändern, aus ihm lernen. Fehler werden schneller gefunden und repariert. Und wenn es Kunden missfällt, wie sie von einem Lieferanten bedient werden, können sie einen anderen auswählen, ohne ihre Infrastruktur überarbeiten zu müssen. Kein Lock-in von Technologie mehr. Keine Monopole.

Zudem sind wir davon überzeugt, dass Open Source einfach für bessere Software sorgt. Die Entwicklungskapazität eines Unternehmens wird um ein Vielfaches multipliziert. Alle arbeiten zusammen, und die beste Software gewinnt. Nicht nur innerhalb eines Unternehmens, sondern in einer durch das Internet verbundenen, weltweiten Gemeinschaft. Es ist kein Zufall, dass der zunehmende Einsatz von Open Source stark mit der zunehmenden Nutzung des Internet im Zusammenhang steht. Das Internet ist der perfekte Brutplatz für Zusammenarbeit, da es Ideen und Code in Sekundenschnelle auf der ganzen Welt zugänglich macht.

Aus diesem Grund baut das Open-Source-Modell oft Software von höherer Qualität, die sicherer ist und sich leichter integrieren lässt. Und dies gelingt mit stark beschleunigter Geschwindigkeit und oft zu geringeren Kosten.

Das Open-Source-Modell geht von der Prämisse aus, dass Unternehmen wie Red Hat ihre Kunden ständig mit außerordentlichem Wert, Leistung und einfachen Integrations- und Verwaltungsmöglichkeiten bedienen müssen. Andernfalls können sie einen anderen Lieferanten auswählen.

Beim proprietären Softwaremodell werden Entwicklungen innerhalb eines Unternehmens vorgenommen. Die Programmierer schreiben Code, verbergen ihn hinter Binärzeichnen und stellen den Kunden die Nutzung der Software in Rechnung - und stellen ihnen mehr in Rechung, wenn der Code fehlerhaft ist und repariert werden muss. Niemand erfährt jemals, wie schlecht die Software wirklich ist.

Das Problem wird komplizierter, wenn man an die Architektur eines Unternehmens, an seine Protokolle und Dateiformate gebunden ist. Bruce Perens bezeichnet dies als Abhängigkeitsmodell der Softwarebeschaffung. Jedes Modell, das seine Kunden einem derart fundamentalen Nachteil aussetzt, ist vom Konzept her unbrauchbar.

Open Source ist nicht namenlos, gesichtslos und es ist keine Wohlfahrtseinrichtung. Und es ist nicht ausschließlich eine Gemeinschaftsleistung. Was Sie heute sehen, ist eine Technologierevolution, die von den Anforderungen des Marktes ständig vorangetrieben wird.

Das dem Open-Source-Modell zugrunde liegende Konzept ist nicht neu. Seit Jahrhunderten haben Universitäten und Forschungsgemeinschaften ihre Arbeit gemeinsam genutzt. Mönche kopierten Bücher von Hand. Wissenschaftler veröffentlichten neue Entdeckungen in Fachzeitschriften. Mathematische Formeln werden verteilt, verbessert und neu verteilt.

Man stelle sich vor, dass dieses Wissen der Vergangenheit versteckt oder seine Nutzung nur jenen ermöglicht worden wäre, die bereit waren, dafür zu zahlen. Doch genau dies ist die Mentalität, die dem proprietären  Softwaremodell zugrunde liegt. Genau wie gemeinsam genutztes Wissen unsere gesamte Gesellschaft vorantreiben kann, kann die Entwicklung der offenen Technologie Innovation für eine ganze Branche steuern.